Können Ideen die Welt verändern?

Als ich neulich diese Frage gestellt bekam, wusste ich sofort, dass ich diese auch auf meinem Blog beantworten muss. Ich will mit diesem Essay etwas Neues probieren und ein wenig ausführlich werden, um eine der grossen Fragen zu beantworten.

Was wir als Idee ansehen

Bevor wir uns aber der Ausgangsfrage nähern können, müssen wir sie etwas eingrenzen, da diese Frage sonst Bücher füllen kann. Ich will mich in diesem Text auf den Zusammenhang von politischen und wirtschaftlichen Ideen fokussieren. Denn die Verbindung ist viel stärker, als man es vielleicht annehmen würde. Aber dazu später mehr.

Zurück zur eigentlichen Frage. Um es vorweg zu nehmen, ja, Ideen können die Welt verändern. Sei es der Marshall-Plan für den Wiederaufbau Europas nach dem zweiten Weltkrieg oder die Bologna-Reform des Universitäten-Systems, die die europäischen akademischen Abschlüsse und Bildungswege vereinheitlichte. Aber auch im Kleinen, beispielsweise die Entscheidung eines Bauherrs in Wien, das nächste Hochhaus grossteilig aus Holz zu bauen, wirkt sich international aus und ist richtungsgebend. So gibt es nun immer mehr Architekturbüros, die Wolkenkratzer aus Holz konzipieren, beispielsweise in London oder in Tokio.

Das mit 84 Metern derzeit höchste Hochhaus ganz aus Holz in Wien, von der Stadtbevölkerung nur HoHo genannt, noch als Skizze.

Auch in der Geschichte wird deutlich, wie Ideen die Welt beeinflussen können.. Der Buchdruck ging wie ein Lauffeuer durch Europa, weil Gutenberg die Idee hatte, Metallblöckchen zu Buchstaben zu formen und diese mit Tinte zu bestreichen. Damit begründete er nicht nur die massenhafte Verbreitung des Buches, sondern sorgte auch dafür, dass mehr Menschen als je zuvor mit dem Lesen begannen und somit sich eine eigene Meinung bilden konnten. Und somit letztendlich der Wirtschaft einen Schub gab, indem sie immer mehr gebildete Menschen akquirieren konnte, die dann ihrerseits für die Wirtschaft nützliche Erfindungen machen konnten.

Greta Thunberg und der Protest

Greta Thunberg demonstriert vor dem schwedischen Parlament in Stockholm.

Oder Greta Thunberg: Mit ihrem Protest für eine gerechte Klimapolitik inspiriert sie Tausende Jugendliche auf der ganzen Welt, es ihr gleichzutun und für eine Veränderung und gegen die globale Erwärmung einzutreten. Bei ihr wird das ganz besonders deutlich, denn aufgrund ihres Vorbilds, streiken nun Tausende Schülerinnen und Schüler regelmässig während der Schulzeit. Man sagt schliesslich nicht umsonst, dass ein Flügelschlags eines Schmetterlings einen Orkan auf der anderen Seite des Globus verursachen kann.

Nun kommt jedoch das grosse Aber. Denn während ihr Streiken zweifellos einen grossen Effekt auf die jetzige politische und mediale Berichterstattung hat, was wird davon übrig bleiben? Die zahlreichen Städte, die nun den Klimanotstand ausrufen, verpflichten sich damit zu gar nichts. Es ist zumindest momentan nur ein symbolischer Akt.

Denn bisher war es immer so, dass sich nur bestimmte Ideen durchsetzen konnten. Das ist beispielsweise auch bei dem Ideal der universellen Menschenrechte oder dem Kommunismus zu sehen. Das Eine stagniert im Moment, während das Andere insgesamt gescheitert ist. Es zeigt sich also, dass nur Ideen, die die Wirtschaft stützen und stärken, längerfristig überleben.

Nur Ideen, die die Wirtschaft stützen und stärken überleben längerfristig.

Somit lässt sich folgendes als Fazit festhalten: Ideen, welche die Wirtschaft bremsen oder gar stoppen, haben auf lange Sicht kein Erfolg, gerade in unserer kapitalistischen Welt. Allerdings ist dies keineswegs nur negativ, trotz des teilweise antikapitalistischen Zeitgeists. Denn: Die Wirtschaft verlangt grundsätzlich eine offene Gesellschaft für einen liberalen Markt und will weiterbestehen. Gerade dieser Liberalismus hat dafür gesorgt, dass unter anderen der Nationalismus bekämpft werden konnte. Es liegt auch daher die Vermutung nahe, dass ebenfalls in der Klimakrise die wichtigsten Wirtschaftsakteure handeln werden. Bleibt nur zu hoffen, dass es dann nicht zu spät ist.

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